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Konto Zinsen

Redaktion abaxa.net am 17. April 2010 – 01:27Keine Kommentare

Um die Folgen der schlimmsten Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Großen Depression der 1930er Jahren abmildern zu können, haben die Zentralbanken weltweit ihre Leitzinsen teilweise drastisch reduziert. Allein die Europäische Zentralbank (EZB) reduzierte ihren Leitzins seit Herbst 2008 von 4,25 % auf das absolute Rekordtief von gerade einmal noch 1 %. In den Vereinigten Staaten von Amerika hat die FED ihre Leitzinsen sogar noch weiter auf eine Bandbreite zwischen 0 % und 0,25 % gesenkt. Die Leitzinsen sind hierzulande vor allem für Banken und Sparkassen enorm wichtig, da die sich zu einem großen Teil bei der Europäischen Zentralbank refinanzieren und ihre Zinsen entsprechend nach den Aktionen des Offenmarktausschusses richten. Demnach senken die Banken und Sparkassen in Deutschland in der Theorie ihre Zinsen im gleichen Maße wie die Leitzinsen sinken und heben sie an, wenn die EZB ihrerseits den Leitzins anhebt.

Niedrige Zinsen / Hohe Zinsen: Was des einen Leid, ist des anderen Freud

Niedrige Zinsen / Hohe Zinsen: Was des einen Leid, ist des anderen Freud

Was in der Theorie völlig logisch und einleuchtend klingt, stellt sich in der Praxis leider häufig als Wunschdenken heraus. Während die Habenzinsen durchaus in Echtzeit an ein niedrigeres Leitzinsniveau angepasst werden, geschieht dies mit den Zinsen für Kredite zum einen mit zeitlicher Verzögerung und zum anderen meist deutlich unterproportional. In einem Zinsanhebungszyklus verhält es sich genau umgekehrt.

Trotz dieses fragwürdigen Geschäftsgebarens waren die Zeiten für Kreditnehmer nie besser. Vor allem Immobilienkredite bewegen sich mit durchschnittlich unter 5 % effektiven Jahreszins auf einem historisch niedrigen Niveau.

Was des einen Freud ist des anderen Leid: Während sich Kreditnehmer über das günstige Zinsumfeld freuen können, müssen Anleger äußerst niedrige Zinsen akzeptieren. Vor allem das seit Jahren an Beliebtheit stetig zunehmende Tagesgeldkonto musste starke Einbußen hinsichtlich seiner Rendite hinnehmen. So liegen die annualisierten Zinssätze derzeit bei durchschnittlich gerade einmal noch 1,5 %. Damit haben sie durchschnittlich 2 Prozentpunkte an Rendite eingebüßt. Aufgrund mangelnder Alternativen hat die unerfreuliche Entwicklung der Zinsen keine negativen Auswirkungen auf die Nachfrage nach Tagesgeldkonten gehabt.

Bei Festgeldkonten sieht es leider nicht besser aus. Obwohl sie ähnlich hohe Zinsen wie Tagesgeldkonten bringen, ist die Nachfrage nach Festgeldkonten deutlich zurückgegangen. Dies liegt zum einen daran, dass Anleger während der Laufzeit über das Geld nicht verfügen können und zum anderen gehen Anleger davon aus, dass das Zinsniveau nicht weiter sinken wird, wodurch eine Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken unnötig erscheint.

Dank des harten Wettbewerbs gehen immer mehr Kreditinstitute dazu über, ihr Girokonto zu verzinsen, um so Kunden gewinnen zu können.

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